Wie funktioniert Shell- und Regenbekleidung?
 
Wassersäule und Atmungsaktivität 
Die Wasserdichtigkeit eines Gewebes wird in Millimeter Wassersäule (mmWs) angegeben. Für die Messung wird ein 10 cm2 großes Stück Stoff über einen gleich großen Zylinder gespannt. Der Zylinder wird mit Wasser gefüllt und die Höhe der Wassersäule gemessen, wenn der erste Wassertropfen das Gewebe durchdringt. Ein Gewebe wird als wasserdicht eingestuft, wenn es eine Wassersäule von 2000 mm oder mehr aufweist. 
 
Die Atmungsaktivität eines Stoffes wird in Gramm pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden (g/m2/24h oder MVP) gemessen. Je höher der Wert, desto besser kann das Gewebe übermäßige Feuchtigkeit und Wasserdampf abtransportieren. Beide Werte werden zur Bestimmung der Eigenschaften eines Kleidungsstücks herangezogen. Ein Gewebe mit hoher Wassersäule/höherer Dichte kann eine schlechte Atmungsaktivität aufweisen. Ein Kleidungsstück mit guter Atmungsaktivität ist komfortabler zu tragen und verhindert, dass es sich innen feucht anfühlt. 
 
Verschweißte Nähte 
Damit ein Kleidungsstück als komplett wasserdicht gilt, müssen die Nähte verschweißt sein, da anderenfalls Wasser durch die Nähte eindringt. Das bedeutet, dass auf der Innenseite der Kleidung ein Band über die Nähte aufgebügelt wird. Komplett wasserdichte Kleidungsstücke haben alle verschweißte Nähte, bei wasserabweisender Kleidung sind die kritischsten Nähte verschweißt. So sind beispielsweise bei einer Jacke die Nähte über den Schultern wie auch die Nähte an Vorder- und Rückenseite verschweißt, denn diese Partien sind am stärksten der Feuchtigkeit ausgesetzt.